Versorgungslücke berechnen: So gehen Sie vor

Datum:
August 24, 2026

Das Wichtigste in Kürze

Viele Ärzte wissen nicht wie hoch ihre Versorgungslücke im Alter ist. Dabei ist diese Zahl der wichtigste Ausgangspunkt für jede Altersvorsorge-Entscheidung. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Ihre persönliche Versorgungslücke realistisch einschätzen.

Schritt 1: Gewünschtes Ruhestandseinkommen festlegen

Wie viel Nettoeinkommen möchten Sie im Ruhestand monatlich zur Verfügung haben?

Realistischer Ansatz: 70–80 % des letzten Nettoeinkommens. Viele Ausgaben entfallen im Ruhestand (Berufskleidung, Fahrtkosten, Kindererziehung) – andere kommen hinzu (Gesundheit, Reisen, Hobbys).

Beispiel:

  • Letztes Nettoeinkommen: 8.000 € / Monat
  • Gewünschtes Ruhestandseinkommen: 6.000 € / Monat

Schritt 2: Erwartete Versorgungswerk-Rente ermitteln

Schauen Sie in Ihre aktuelle Standmitteilung des Versorgungswerks. Dort finden Sie die voraussichtliche Rente bei gleichbleibenden Beiträgen.

Wichtig: Diese Zahl ist eine Prognose – kein garantierter Wert. Rechnen Sie zur Sicherheit mit 80–90 % davon.

Beispiel:

  • Prognostizierte Versorgungswerk-Rente: 3.200 € brutto
  • Nach Steuern (ca. 25 % für 2045): ca. 2.400 € netto
  • Sicherheitsabschlag (10 %): ca. 2.160 € netto / Monat

Schritt 3: Weitere Rentenansprüche addieren

Haben Sie weitere Rentenansprüche?

  • Ansprüche aus der GRV (aus Zeiten vor dem Versorgungswerk)?
  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV)?
  • Private Rentenversicherungen bereits laufend?

Beispiel:

  • GRV-Kleinstrente aus Studentenjobs: 80 € / Monat
  • Bestehende private Rentenversicherung: 300 € / Monat
  • Gesamt weitere Ansprüche: 380 € / Monat netto

Schritt 4: Versorgungslücke berechnen

Gewünschtes Ruhestandseinkommen abzüglich Versorgungswerk-Rente (netto, realistisch) abzüglich weitere Rentenansprüche (netto).

Beispiel: 6.000 € – 2.160 € – 380 € = Versorgungslücke 3.460 € / Monat

Schritt 5: Kapital berechnen das Sie brauchen

Wie viel Kapital brauchen Sie, um diese Lücke zu schließen?

Faustregel: Versorgungslücke × 12 Monate × 20–25 Jahre (Rentendauer) = benötigtes Kapital.

Besser: Dynamische Berechnung mit Zinssatz (4 % Entnahmeplan).

Entnahme-Formel: Benötigtes Kapital = jährliche Lücke / 0,04

Beispiel: Monatliche Lücke 3.460 € → jährliche Lücke 41.520 € → benötigtes Kapital 41.520 / 0,04 = 1.038.000 €

Sie brauchen also rund 1 Million Euro Kapital um die Versorgungslücke zu schließen.

Schritt 6: Monatlichen Sparbeitrag berechnen

Wie viel müssen Sie monatlich sparen um dieses Kapital bis zur Rente aufzubauen?

Jahre bis Rente Benötigtes Kapital Monatl. Sparbeitrag (7 % p.a.)
30 Jahre 1.000.000 € ca. 820 € / Monat
25 Jahre 1.000.000 € ca. 1.200 € / Monat
20 Jahre 1.000.000 € ca. 1.900 € / Monat
15 Jahre 1.000.000 € ca. 3.200 € / Monat

Die Botschaft: Je früher Sie beginnen, desto weniger müssen Sie monatlich sparen.

Häufige Fehler bei der Berechnung

Fehler 1: Inflation nicht einkalkuliert – 1 € heute ist in 30 Jahren weniger wert. Rechnen Sie mit einer Inflation von 2–3 % und erhöhen Sie Ihren Sparbeitrag jährlich entsprechend.

Fehler 2: Steuer auf Renten vergessen – Renten aus dem Versorgungswerk werden zunehmend besteuert. Rechnen Sie mit 20–30 % Abzug.

Fehler 3: Praxisverkauf als Altersvorsorge einkalkuliert – Ein Praxisverkauf ist kein sicherer Altersvorsorgebaustein. Die Preise für Arztpraxen schwanken und hängen von Fachrichtung und Region ab.

Fehler 4: Nur das Versorgungswerk einkalkuliert – Das reicht für die meisten nicht. Ergänzende Vorsorge ist Pflicht.

Fazit

Die Berechnung der Versorgungslücke ist der erste und wichtigste Schritt jeder Altersvorsorge-Planung. Wenn Sie Ihre Zahlen kennen, können Sie konkret handeln. Als zertifizierter Ruhestandsplaner berechnen wir Ihre persönliche Versorgungslücke präzise – mit Inflation, Steuer und realistischen Renditeerwartungen. Kostenlos und unverbindlich.

Kontakt

Sie haben Fragen? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch!

CTA Image
CTA Image